Bildungs- und Teilhabepaket (BuT)

Allgemeine Informationen

BuT © DarkmoonArt_de auf Pixabay

 

Seit dem 01.01.2011 gibt es in Deutschland das sogenannte „Bildungs- und Teilhabepaket".

Es dient dazu, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusätzliche Leistungen zu erbringen, und ihnen somit die Teilhabe am soziokulturellen Leben, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern zu ermöglichen.

Zu den Leistungen zählen folgende Mittel:

  • Ausflüge (Schule, Kindergarten)
  • Schulbedarf
  • Schülerbeförderung
  • Lernförderung
  • Gemeinschaftliche Mittagsverpflegung
  • Teilhabeleistungen in den Bereichen Sport, Kultur, Wissen, Mitmachen

Durch das vom Bildungspaket erbrachte „Mehr für Bildung und soziale Integration" wird die positive Persönlichkeitsentwicklung gefördert.

Letztendlich entstehen mehr Lebenschancen für Kinder und Jugendliche sozialschwacher Eltern.

Die Kosten für die einzelnen Aktivitäten können wie folgt übernommen werden:

  • Ausflüge

Für eintägige Ausflüge oder mehrtägige Klassen- oder Gruppenfahrten in Schulen oder Kindertageseinrichtungen werden die Kosten in tatsächlicher Höhe übernommen (ausgenommen sind Taschengeldbeträge oder Ausgaben, die im Vorfeld aufgebracht werden müssen, z.B. Badebekleidung, Sportschuhe o. ä.).        
Die Leistung wird direkt mit dem Anbieter (Schule oder Kindertageseinrichtung) abgerechnet.

Die Übernahme der Kosten erfolgt nur auf Antrag.

  • Schulbedarf

 

Schülerinnen und Schüler erhalten pro Schuljahr eine Unterstützung der Schulkosten in Höhe von insgesamt 100,00 €, wenn die Familie laufend Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II oder SGB XII oder Miet- bzw. Lastenzuschuss nach dem Wohngeldgesetz erhält.        
Die Auszahlung ist aufgeteilt auf die beiden Schulhalbjahre, zu Beginn des ersten Halbjahres werden 70,00 € ausgezahlt, zu Beginn des zweiten Halbjahres die verbliebenen 30,00 €.        
Davon sollen die notwendigen Dinge wie Schulranzen, Sportzeug, Füller, Malstifte, Blöcke, Hefte usw. finanziert werden.  
Diese Leistungen werden antragsunabhängig im Rahmen des laufenden Sozialhilfebezugs (SGB II bzw. XII) ausgezahlt. Für Wohngeldempfänger ist diese Leistung trotzdem zu beantragen.

 

  • Schülerbeförderungskosten

Für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe), werden Fahrtkosten in Form einer Schülerfahrkarte (bis 22 Jahre: Preis der „SparCard Schüler", ab 23 Jahre der Preis einer „MobilCard Ausbildung") in den notwendigen Zonen übernommen, wenn die nächstmögliche Schule weiter als sechs Kilometer entfernt ist.      
Ein Eigenanteil wird vom Regelsatz nicht abgezogen.   
Die Gewährung dieser Leistung ist antragsabhängig und wird direkt an den Leistungsberechtigten gezahlt.

  • Lernförderung

Einige Kinder brauchen manchmal eine Unterstützung, um das Lernziel in der Schule erfolgreich zu erreichen. Wenn die schulischen Angebote dafür nicht ausreichen, um die Versetzung in die nächste Klasse zu schaffen, kann eine Lernförderung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket gezahlt werden. Die Kosten und der Umfang werden bei Antragstellung geprüft und es wird darauf geachtet, dass in erster Linie günstige Angebote, beispielsweise von Schülern höherer Klassen, genutzt werden. Es ist ein spezieller Antrag zu stellen.

  • Gemeinschaftliche Mittagsverpflegung

Aus den Mitteln des Bildungs- und Teilhabepaketes ist es auch möglich, Zuschüsse zu gemeinschaftlichen Mittagstischangeboten in Schulen oder Kindertageseinrichtungen (auch Tagesmütter) zu zahlen. Es werden die tatsächlichen Kosten abzüglich von 16,00 € pro Monat auf Antrag übernommen. Zusätzlich zum Antrag werden ein Nachweis über den Leistungsanbieter sowie eine Teilnahmebestätigung für das Essen vom Leistungsanbieters benötigt.  
Es wird keine Geldleistung erbracht.
Die Leistung wird mittels Gutscheinen abgerechnet.

  • Teilhabeleistungen in den Bereichen Sport, Kultur, Wissen, Mitmachen

Vorraussetzung für die Zahlungen von Sport-, Fußball-, Turn- oder Schützenvereinsbeiträgen, Unterrichtskosten in Musik- oder Kunstschulen, Eintrittsgelder in Museen oder die Teilnahme an Freizeiten ist, dass der oder die Leistungsberechtigte das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.     
Die Beiträge werden bis zu einer monatlichen Höhe von 10,00 € übernommen. Nicht übernommen werden können Eintrittsgelder in Kinos, Theaterbesuche oder Ausflüge in Freizeitparks sowie Mitgliedsbeiträge für politische Parteien oder Sekten.       
Die Leistung ist antragsabhängig, auch ein formloser Antrag ist möglich. Ergänzend dazu wird ein Nachweis über den Leistungsanbieter und ein Nachweis über Art und Umfang der Leistung benötigt. 
Die Bewilligung der Leistung erfolgt mittels Gutscheinen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Es werden ggf. Unterlagen benötigt. Wenden Sie sich bitte an die zuständige Stelle.

Welche Gebühren fallen an?

Es fallen keine Gebühren an.

Welche Fristen muss ich beachten?

Die Antragstellung hat grundsätzlich im Voraus zu erfolgen.

Anträge / Formulare

Die entsprechenden Formulare erhalten Sie bei der für Sie zuständigen Stelle.

Was sollte ich noch wissen?

Auch Schulen und Kindertagesstätten sollten sich mit den zuständigen Stellen in Verbindung setzen, wenn sie beim Bildungspaket mitmachen wollen.

Lehrer und Erzieher spielen beim Bildungs- und Teilhabepaket eine wichtige Rolle: Sie kennen die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler besonders gut und können den Eltern Tipps geben, welche Angebote für das einzelne Kind sinnvoll sind.

Insbesondere bei der Nachhilfe sind die Schulen gefragt: Erst wenn sie bestätigen, dass eine Schülerin oder ein Schüler das Lernziel nicht erreicht, können Eltern Nachhilfe aus dem Bildungspaket beantragen.


Bezieher von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II ("Hartz IV") wenden sich zum Beantragen der Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket bitte an ihr zuständiges JobCenter.


Bezieher von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch XII (Sozialhilfe) bzw. Miet- oder Lastenzuschuss (Wohngeld) mit Wohnsitz in der Wedemark können diese Leistungen bei der Gemeinde Wedemark beantragen und entsprechende Unterlagen dort abgeben.

Die Gemeinde Wedemark führt die Vollständigkeitsprüfung der Unterlagen durch (sog. qualifizierte Antragsannahme).

Die endgültige Prüfung, Bewilligung und ggf. Auszahlung erfolgt aber über die Region Hannover, die die Unterlagen dann direkt von der Gemeinde Wedemark weitergeleitet erhält.

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